Praxis & Medizin

Vitamin D | Studien

Vitamin D Magel und Erkrankungen

Calcifediol (25-OH-Vitamin D)

BeiCalcifediol (Synonyme: 25-Hydroxy-Vitamin-D; 25-OH-Vitamin D) handelt es sich um ein Vitamin, welches den Calcium- und Phosphat-Haushalt reguliert.

Regulation des Calcium- und Phosphat-Haushalts:

  • Darm (Calcium- und Phosphat-Resorption)
  • Nieren (Calcium- und Phosphat-Rückresorption)
  • Knochen (Mobilisation von Calcium und Phosphat unter Mitwirkung des Parathormons und des Calcitonins)

Aus der Nahrungsaufnahme kommend, wird Cholecalciferol (Vitamin D3) in der Leber in 25-OH-D3 (Calcifediol) umgewandelt. In der Niere wird es weiter in Calcitriol (1α-25-OH-D3), die biologisch aktive Form des Vitamins D, umgewandelt. Endogen entsteht 1,25-Di-OH-Cholecalciferol (Vitamin D3) aus 7-Dehydroxycholesterol unter UV-Lichtwirkung (Sonnenlicht).

Durch die Bestimmung des Calcifediol (25-OH-Vitamin D) kann der Vitamin D-Gehalt des Körpers ermittelt werden.

Es gelten folgende Bedarfswerte für die Vitamin-D-Zufuhr (gemäß DGE):

 Normwerte in μg/die1
Kinder und Erwachsene
(unter 65 Jahre)
5
Erwachsene
(65. Lebensjahr und älter)
10
Schwangere und stillende Frauen10
Reif geborene Neugeborene (Prophylaxe)12,5 (500 IE/die)

11 μg = 40 IE

Bei Erwachsenen kann der Tagesbedarf allein durch ausreichende Sonnenexposition
(20 cm² Haut für 1 Stunde) gedeckt werden.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum
    → unbedingt lichtgeschützt aufbewahren

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig       

Störfaktoren

  • Keine bekannt

Normwerte

 Normwerte in μg/l
Säuglinge20-135
Kinder im Sommer24-144
Kinder im Winter12-60
Erwachsene im Sommer20-120
Erwachsene im Winter10-50
Optimal 
30-70 µg/l
Bei Dialysepatienten Zielwert > 30 µg/l (K/DOQI-Leitlinien)

25-Hydroxy-Vitamin D (25-OH-Vitamin D) und Gesundheitszustand [1]

nmol/l2 μg/l   
Gesundheitszustand
 < 30 < 12Vitamin D-Mangel, führt zu Rachitis bei Säuglingen und Kindern und zu Osteomalazie (Knochenerweichung) bei Erwachsenen
 30-50  12-20Generell als unzureichend angesehen im Hinblick auf Knochengesundheit von gesunden Personen
 ≥ 50 ≥ 20Generell als ausreichend angesehen im Hinblick auf Knochengesundheit von gesunden Personen
 > 125 > 50potentiell nachteilige Wirkung, besonders ab > 150 nmol/l (> 60 µg/l)

2 1 nmol/l = 0,4 µg/l = 0,4 ng/ml

Indikationen

  • Verdacht auf Knochenstoffwechselstörungen mit verstärktem Knochenabbau
  • Therapiekontrolle bei Knochenstoffwechselstörungen mit verstärktem Knochenabbau
  • Vitamin D-Versorgung

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Medikamentöse Therapie mit Vitamin D
  • Starke Sonnenbestrahlung

Erhöhte Werte können zu einer Hypervitaminose führen, die mit Übelkeit/Erbrechen, Appetitstörungen und Calciumablagerungen in Gefäßen führen kann.

Interpretation erniedrigter Werte

  • Alimentär (ernährungsbedingt)
    • Einseitige Ernährung etc.
    • Fehl-/Mangelernährung
    • Vegetarier
  • Malabsorption (Störung der Aufnahme)
    • Durch chronische Darmerkrankungen– z. B. bei Sprue/Zöliakie (Leitsymptome: Gewichtsverlust, Meteorismus (Blähbauch) und Diarrhoe – Durchfall) etc.
    • Verdauungsinsuffizienz
  • Maldigestion (Störung der Verdauung)
    • Durch chronische Darmerkrankungen
  • Erkrankungen
    • Hepatitis (Leberentzündung)
    • Leberzirrhose (Leberschrumpfung; dabei wird das Lebergewebe zerstört und dauerhaft in Narben und Bindegewebe umgewandelt)
    • Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
    • Frauen mit postmenopausaler Osteoporose (Knochenschwund nach den Wechseljahren)
  • Medikamente
    • Einnahme von Antiepileptika (Medikamente, die gegen Krampfanfälle wirken) –  wie z. B. Phenytoin und Diphenylhydantoin sowie Barbiturate
  • Erhöhter Bedarf
    • Wachstum/Kinder
    • Schwangerschaft/Stillphase
    • Ältere Frauen beziehungsweise Männer (≥ 65 Jahre)
    • Ungenügende UV-B-Exposition (Wintermonate, Menschen, die längere Zeit bettlägerig sind oder sich wenig im Freien aufhalten beziehungsweise einen Mangel an Sonnenlicht haben oder extensiv Sonnenschutzmittel verwenden)
    • Farbige Immigranten

Erniedrigte Werte können zu Hypovitaminosen führen, die sich über Rachitis (Knochenerweichung im Kindesalter) und Osteomalazie (Knochenerweichung im Erwachsenenalter) äußern.

Literatur

  1. Institute of Medicine, Food and Nutrition Board. Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D. Washington, DC: National Academy Press, 2010.

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